Larissa Mühlrath – circumstances

Larissa Mühlrath arbeitet konzeptuell und medienübergreifend. In ihren bildnerischen und installativen Arbeiten erforscht sie den künstlerischen Schaffensprozess als elementaren Vorgang menschlichen Tätigseins. Einen Ausgangspunkt bildet dabei die intensive Auseinandersetzung mit vorgefundenem Material. Oft handelt es sich um ausrangierte Gegenstände und materielle Überbleibsel, die der Künstlerin auf ihren alltäglichen Wegen begegnen. Die Untersuchung von Eigenarten und das Spurenlesen der vermeintlich wertlosen und unbedeutenden Materialien bilden die Grundlage für einen umfassenden künstlerischen Prozess des gegenseitigen Sich-Herausforderns und -Hervorbringens. Über den Dialog mit dem Material, der sich gleich einer experimentellen Versuchsanordnung als grundsätzlich ergebnisoffen gestaltet, gelangt Mühlrath zu ganz unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen, die auf eigenwillige Weise immer auch deren Entstehungskontext und die Wechselbeziehung von Mensch und Material offenlegen.

„circumstances“ zeigt eine Auswahl aktueller Arbeiten – sowohl installative Anordnungen und Objekte als auch graphische Arbeiten der Künstlerin. In Analogie zu künstlerischen Schaffensprozessen untersucht Mühlrath in ihren jüngsten Arbeiten die Baustelle als Sinnbild des „work in progress“, eines unvollendeten, noch in Arbeit befindlichen Werkes. Materialabfälle, Arbeitsmittel und -prozesse der Baustelle werden von der Künstlerin auf ihre ideellen und ästhetischen Qualitäten hin untersucht, transformiert und im Ausstellungskontext neu verhandelt:

arbeitshandschuhe als bedingung, bohrkerne als fakten, bausstelle als situation, künstlerischer prozess als handlung, ausstellung als ereignis, arbeitshandschuhe als fakten, bohrkerne als bedingung