Konrad Fischer

Hinter dem Namen „Konrad Fischer“ steht die 2015 gegründete Kooperation von Konrad Hanke (*1987 in Gotha) und Lars Fischer (*1986 in Leipzig). Beide Künstler haben zunächst unabhängig voneinander freie Kunst an Hochschulen in Münster und Dresden, Nürnberg und Berlin studiert. 2017 schlossen sie mit dem gemeinsamen Projekt Konrad Fischer das Meisterschülerstudium bei Thomas Zipp an der Universität der Künste Berlin ab. Zuletzt waren ihre Arbeiten im Rahmen der Gruppenausstellung „Salon Hansa“ in den Räumen der von Johann König betriebenen KÖNIG GALERIE – St. Agnes in Berlin zu sehen.

PLANET POWER zeigt aktuelle, unveröffentlichte Arbeiten des Künstlerduos. Ihr künstlerisches Spektrum bewegt sich vor allem in den Medien Malerei und Installation. Die Arbeiten Konrad Fischers sind als eine Art Versuchsanordnung zu verstehen, in deren Mittelpunkt der künstlerische Prozess als Dialog- und Ausdrucksform steht. Die beiden Künstler gehen der Frage nach, inwieweit in der künstlerischen Produktion, in der Kommunikation mit und über Kunst und innerhalb der eigenen künstlerischen Positionierung kooperiert werden kann. Was passiert, wenn nur über Formen des Visuellen miteinander kommuniziert wird; wenn als Sprache nicht das Bild als solches existiert, sondern nur der Prozess zum Bild; wenn verschiedene Vorstellungen aufeinandertreffen, wenn die jeweils andere Position verdreht wird, bis sie in die eigenen Prämissen passt?

Alle Arbeiten des Künstlerduos gehen aus diesem gemeinsamen Erfahrungshorizont hervor. Sie sind Resultat eines fortwährenden visuellen Dialogs der künstlerischen Positionen. Der kreative Schlagabtausch und dessen Inhalte gestalten sich bei jedem Zusammentreffen neu und orientieren sich oft an jeweils aktuellen, individuellen Prozessen. Die Folge ist eine Art kreative Explosion, ein Amalgam, ein verdrehter Kosmos, der auf unterschiedliche Einwirkungen von außen reagiert, dadurch Antworten finden kann oder sie schuldig bleiben muss. Konrad Fischers Werke nehmen häufig Rekurs auf Verschwörungstheorien, die Semantik von Missverständnissen und die Idee von Popkultur als Dokument einer kulturellen Archäologie. Sie sind Dokumente des visuellen Gedächtnisses zweier Personen, durchzogen von dem Versuch, die künstlerischen Positionen miteinander zu vereinen. PLANET POWER ist nicht nur titelgebend, sondern gleichsam inhaltliche Voraussetzung der neu entstandenen Arbeiten, die im Rahmen der Galerieausstellung in der 196TM präsentiert werden.